Eichenmoos absolue
Typ IV-Kontaktallergen
Sensibilisierungshäufigkeit: gelegentlich (bei vorliegender Parfümallergie), Sensibilisierungspotenz schwach bis mittelstark
Vorkommen
Eichenmoos ist eine flechte aus der Familie der Usneaceae. Der Flechtkörper besteht aus farblosen Pilzhyphen, in die grüne, kugelige, einzellige Algen eingelagert sind. Während der Pilz den Algen Nährstoffe entzieht, leitet er diesen Wasser zu und schützt sie vor Austrocknung. Das symbiotische Lebewesen wächst vorwiegend auf der Rinde von Eichen. Das ebenfalls verwendete Baummoos wächst auf der Rinde von Fichten und Kiefern. Eichenmoos gelangt in Form gepresster Ballen in den Handel. Farbe, Geruch und Zusammensetzung der Eichenmoosextrakte unterliegen einer großen Variabilität. Jeder Extrakt hat seine eigene Note, die sowohl von der Art des Ausgangsmaterials als auch von der Verarbeitungsprozedur abhängt. Zur Extraktion verwendet man u.a. Alkohol, dabei gewinnt man das ”Absolue”. Dieses Produkt zeichnet sich durch einen angenehmen herb-moosigen und würzigen Duft aus. In Kombination mit anderen Duftkomponenten hat es Eingang in zahlreiche Parfümmischungen gefunden.
Eichenmooserzeugnisse finden vielfach Verwendung in kosmetischen Mitteln als ”männliche” Duftkomponente. Enthalten sein kann Eichenmoos z.B. in
- Parfüms
- Rasierwässern
- Deodoranzien
- Körperlotionen
Allergologie (Relevanz)
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kennt man mindestens 115 Inhaltsstoffe des Eichenmooses, u.a. Geraniol, Citronellol, Eucalyptol, D-Limonen-, alpha- und beta-Pinen sowie Methylsalicylat.
Wegen der sensibilisierenden Wirkung darf Eichenmoos absolue heute in Parfümölen eine Konzentration von 0,6 % nicht überschreiten.
Eine Sensibilisierung kann nicht nur über die Verwendung von Eichemoos in Parfüms und parfümierten Produkten induziert werden, sondern auch über den direkten Kontakt mit den Flechten selbst.
Epikutantestung
Block Hermal Standard: Duftstoff-Mix; Testkonzentration 1 % in Vaseline
Literatur: 4, 6