Suchbegriffe zu diesem Artikel: dI, Limonen

Dipenten (dI-Limonen

Typ IV-Kontaktallergen 

Vorkommen 

Limonen/Dipenten, Limonen-reiche Citrus-Öle und Citrus-Terpene sind als natürliche Lösemittel beliebt und in zahlreichen Produkten wie auch in der Umwelt weit verbreitet. Neben der Gewinnung aus Citrus-Früchten oder Nadelholzölen wird es auch (halb)synthetisch gewonnen. 

Limonen ist das am weitesten verbreitete Terpen und kommt in zahlreichen Pflanzen vor. Es kommt in Zitrusfrüchten vor, insbesondere in der Schale von Orangen sowie dem Blütenöl, aber auch in Bergamottöl, Dill und Kümmel. 

Dank seines guten Lösevermögens z.B. für Lipide, Wachse, Harze und vor allem auch seines angenehmen Geruchs sowie der fast völlig fehlenden Mischbarkeit mit Wasser erfreut sich Limonen einer wachsenden Beliebtheit als Lösemittel für eine große Zahl von Verwendungszwecken. Es wird zunehmend als sog. umweltschonendes Entfettungs- und Reinigungsmittel benutzt. 

Verwendung als Zusatz und/oder natürlicher Bestandteile von 

  • Parfüms 
  • Kosmetika 
  • Lebens- und Genussmittel (Obst, Obstsäfte, Gemüse wie Sellerie und Möhren, Gewürze wie Kümmel und Anis) 
  • Heilpflanzen, z.B. Weinraute und Teebaum-Öl 
  • Hölzer 

Als Lösemittel 

  • Anstichfarben 
  • Lacke, z.B. Autoindustrie 
  • Farbentferner 
  • Elektronik-Industrie 

Als Reinigungsmittel 

  • Entferner (bei Kfz-Mechanikern, in der Flugzeug-Industrie) 
  • Allzweckreiniger, Flächenreiniger, Sanitärreiniger 
  • Haut-Reinigungsmittel 

Sonstige Verwendungszwecke (auch als Geruchsverbesserer): 

  • Kühlschmierstoffe 
  • Klebstoffe 
  • Autopflegemittel 
  • Schuhcreme 
  • Möbelpolituren 
  • Ausgangsstoff für Kunststoffe 
  • Isolier- und Dichtungsmassen 

Allergologie (Relevanz)

Reinstes Limonen wirkt, wenn überhaupt, nur schwach sensibilisierend. Da es aber als doppelt ungesättigtes Monoterpen in Gegenwart von Luft (Sauerstoff) instabil ist, bildet es in technischen Qualitäten und vor allem in damit hergestellten Produkten zu einem erheblichen Teil ekzematogene Autooxidationsprodukte, unter denen in erster Linie das 2-Hydroperoxid stark sensibilisierend wirkt. Vor allem ältere, über längere Zeit gegenüber Luft exponierte und daher oxidierte Öle bergen die Gefahr der Sensibilisierung. Technisch oder z.B. im Kosmetik-Bereich genutztes Limonen sowie “Orangen-Terpene” können daher auf Grund der in der Praxi unvermeidlichen oxidativen Bildung reaktiver, allergener Komponenten zu einer Sensibilisierung führen. Insgesamt scheint eine derartige Wirkung angesichts der häufigen Verwendung des Limonens dennoch relativ selten zu sein. Fraglich ist jedoch auch, ob eine entsprechende Sensibilisierung gegen Oxidationsprodukte des Limonens überhaupt nachweisbar ist, wenn zur Testung weitgehend unverändertes Limonen verwendet wird. In bestimmten Bereich finden sich jedoch auch höhere Sensibilisierungsraten.  

Die Untersuchungen, die bisher mit Limonen-2-hydroperoxid durchgeführt wurden, sprechen dafür, dass bei Ekzematikern allgemein mit einer Sensibilisierungsrate von über 1 %, bei (berufsbedingten) Handekzemen in 2 % gerechnet werden muss. Bei der Testung von Kfz-Mechanikern, als besonders häufig mit Limonen-haltigen Produkten exponiertem Beruf, können sogar in etwa 5 % positive Testergebnisse erhalten werden. 

Epikutantestung 

Block Hermal Pflanzen, Kühlschmierstoffe II; Testkonzentration 2 % in Vaseline 

Literatur: 6, 20, 112 

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