Cyclamat E 952
Auslöser von pseudoallergischen Reaktionen
Vorkommen/Beschreibung
Cyclamat, Cyclohexansulfamidsäure ist ein chemisch-synthetisch hergestellter Süßstoff, der 35 mal süßer ist als Haushaltszucker. Im Vergleich zu Zucker hat Cyclamat von den in der EU zugelassenen Süßstoffen die geringste Süßintensität. Cyclamat ist bis 260 Grad Celsius back- und kochbeständig. Um eine höhere Süßkraft ohne geschmackliche Nachteile zu erhalten, werden Mischungen von Cyclamat mit Saccharin (Verhältnis 10:1) hergestellt.
Cyclamat wird nicht verstoffwechselt und verlässt den Organismus meist unverändert über die Harnwege. Darin ist es den Süßstoffen Acesulfam und Saccharin vergleichbar. Nur sehr wenige Menschen verfügen über Bakterien in der Darmflora, die das Cyclamat umwandeln können. Dieser Prozess ist aber unter Gesundheits- und Qualitätsaspekten ohne Bedeutung.
Verwendung
brennwertverminderte (oder ohne Zuckerersatz hergestellte) aromatische Getränke auf Wasserbasis
brennwertverminderte (oder ohne Zuckerersatz hergestellte Desserts auf Basis von Eiern
feine Backwaren für besondere Ernährungszwecke
Süßwaren ohne Zuckerzusatz
Allergologische Relevanz
In der Literatur finden sich kaum Berichte über dermatologische Nebenwirkungen von Cyclamat- oder Saccharin-haltigen Zuckeraustauschstoffen, obwohl diese in großen Mengen verwendet werden. In seltenen Fällen wird das Auftreten verschiedenartiger Hautveränderungen nach Ernährung mit Saccharin-haltigen Süßstoffen beschrieben. Beobachtet wurden dabei insbesondere Pruritus, Urtikaria, Ekzeme, gesteigerte Lichtempfindlichkeit. Über den pathogenetischen Mechanismus dieser Reaktionen wurden jedoch keine Angabe gemacht, bekannt ist jedoch dass Süßstoffe pseudoallergische Reaktionen auslösen können.
Bei einem akuten Exanthem mit stammbetonten, follikulär gebundenen Papeln nach Einnahme eines Cyclamat- und Saccharin-haltigen Süßstoffes wurde als Pathomechanismus eine Typ III-Reaktion vermutet. Hauttests mit den beiden Substanzen hatten keine Reaktion gezeigt.
Kontroverse Meinungen
Bei Cyclamat besteht der Verdacht, dass es krebserregend ist. Hohe Konzentrationen von Cyclamat führten bei Tierversuchen zu Blasenkrebs, verminderter Fruchtbarkeit und Zellveränderungen. Neuere Untersuchungen bestätigten diese Befunde nicht. In den USA ist Cyclamat seit 1969 verboten. Laut Beschluss der EU von 1991 ist Cyclamat für bestimmte Lebensmittel europaweit zugelassen. Dadurch sind auch Verbote in Großbritannien und Frankreich hinfällig.
Literatur 1,2, 412, 494
http://www.qualimedic.de/suessstoffe.html