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Chrysanthemen 

Chrysanthemum indicum, Chrysanthemum morifolium, Fam.: Korbblüter/Asteraceae 

Vorkommen 

Aus Japan und China stammende, häufige und beliebte einjährige Zierpflanzen, in vielen Farben und Formen, im Freiland nicht anzutreffen. Die Chrysanthemen gehören zu den populärsten Zierpflanzen des Handels. Deutschland ist führend im Anbau und in der Kultivierung von Chrysanthemen unter Glas und im Freiland. Blütezeit ganzjährig. 

Typ IV-Reaktion 

Allergologie (Relevanz)

Unter den Kompositen-Arten des mitteleuropäischen Raumes besitzen die Chrysanthemen die höchste Sensibilisierungspotenz. Die Chrysanthemenallergie zählt zu der am häufigsten durch Zierpflanzen hervorgerufene Berufserkrankung in Deutschland. Besonders im norddeutschen Raum, aber auch in der Gegend um Erfurt, Zentren der Chrysanthemenzüchtung erkranken bis zu 30 % der mit dem Anbau und Verkauf beschäftigten Personen. Auch aerogene Kontaktdermatitis. Befallen sind insbesondere die Hände, Unterarme, das Gesicht und der Dekolletee-Bereich. 

Es dominieren die Gärtner (auch Hobbygärtner) unter den Erkrankten, obwohl weit mehr Menschen Kontakt mit diesen beliebten Schnitt- und Staudenblumen haben. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich die besonders hohe Allergen-Exposition beim Ausgeizen der Pflanzen, das für eine kräftige Blütenentwicklung notwendig ist, und beim Brechen von Stecklingen. Die allergenen Sesquiterpenlaktone sind besonders in den Härchen und den Ölzellen der Blätter und Stengel enthalten und werden beim Zugreifen und Pressen zwischen den Fingern frei. Sie sind lipidlöslich und dringen leicht in die Haut ein. 

In nicht wenigen Fällen muss der Beruf aufgegeben werden, da eine Allergie auf Chrysanthemen eine spezifische Überempfindlichkeit gegenüber fast allen anderen Kompositen aufgrund der Kreuzreaktionen mit einschließt. 

Zu den wichtigsten kreuzreagierenden Arten zählen Astern, gewöhnliche Schafgarbe, Rainfarn, Mutterkraut, Arnika und Sonnenblume. Kreuzreaktionen auf andere Arten, die aus einer anderen Pflanzenfamilie stammen, wie z.B. Frullania oder Lorbeer, bestätigen die chemische Verwandtschaft der allergieinduzierenden Sesquiterpenlaktone. Das Hauptallergen ist dabei Arteglasin A. Der Gehalt an Sesquiterpenlaktonen schwankt in Abhängigkeit von Standort und Jahreszeit und führt somit zu einer starken Variation der Allergenkonzentration. Es darf daher nicht verwundern, wenn ein Patient auf einige Chrysanthemen reagiert, auf andere nicht. 

Diagnostik 

Epikutantest mit Kompositen-Mix und Sesquiterpenlakton-Mix (Hermal) 

Typ I-Reaktion 

Allergologie (Relevanz)

In relativ häufigen Fällen findet sich auch eine berufsbedingte Pollinosis bei der Chrysanthemen-Züchtung bei Arbeiter in den Gewächshäusern (bis zu 57 %), obwohl die Pollenkonzentration in der Luft nur gering ist, da Chrysanthemen keine Windbestäuber sind. Die Pollenkörner sind zwar ziemlich groß, haften jedoch wegen ihrer stacheligen Oberfläche, die der grünen Hülle der Rosskastanie ähnelt, gut auf Haut und Schleimhäuten. Es sind jedoch die besonderen Expositionsbedingungen beim Schneiden und Präparieren der sog. Vater- und Mutterblüten sowie beim manuellen Bestäuben, die zur Pollenkontamination des Gesichts und zum Inhalieren von Pollen führen. 

Diagnostik 

Prick, i.c., ggf. nasale Provokation (Al.) 

Therapie 

ggf. Hyposensibilisierung (Al.) 

Literatur: 3, 105 

Groenewoud et al: Prevalence of occupationol allergy to Chrysanthemum pollen in greenhouses in the Netherlands. Allergy 57, 835-840 (2002) 

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