Suchbegriffe zu diesem Artikel: Kathon, CG
(Chlor)Methylisothiazolon (3:1) (MCI/MI)
Typ IV-Kontaktallergen
Synonyme: Euxyl K 100, Grotan K, Kathon CG
Gemisch aus 5-Chlor-2-methyl-4-isothiazolon und 2-Methyl-4-isothiazolon
Sensibilisierungshäufigkeit: häufig, Sensibilisierungspotenz: mittelstark
Vorkommen
(Chor)Methylisothiazolon besitzt ein breites antimikrobielles Wirkungsspektrum, jedoch mit fehlender Kurzzeitwirkung, so dass es als Desinfektionsmittel ausscheidet. Es wird als Konservierungsmittel für mehr als 200 verschiedene Verwendungszwecke in Tausenden von Produkten eingesetzt. Damit rangiert es auf den ersten 10 Plätzen der am meisten gebrauchten Konservierungsmittel. Etwa ein Drittel aller Kosmetikprodukte ist damit konserviert. Es findet Anwendung in einer Vielzahl von Gebrauchsmitteln und aller Art von Pflegeprodukten. Die Sensibilisierung erfolgt in erster Linie durch Kosmetika, wenig durch andere Produkte. MCI/MI spielt dabei nicht nur als Kontaktallergen, sondern auch als Aeroallergen ein wichtige Rolle.
In Kosmetika kann es enthalten sein:
- Hautcremes und Körperlotionen aller Art
- Shampoos und anderen Haarpflegemitteln
- Seifen
- Sonnenschutzpräparaten
- Duschgelen und Schaumbädern
Ferner kommt es vor in Haushaltsprodukten wie
- Weichspülern, Spülmitteln, Reinigungsflüssigkeiten
- Wasserfarben, wasserlöslichen Wandfarben (Dispersionsfarben), speziell Latexfarben
- Polituren und Holzpflegemitteln
Im industriellen Bereich wird es eingesetzt zur Konservierung von technischen Flüssigkeiten, z.B. in Kühlschmiermitteln und technischen Ölen. Ca. 40 % der auf dem Markt befindlichen Pflanzenschutzmittel enthalten Kathon CG.
Allergologische Relevanz
Aufgrund einer Pressekampagne gegen Formaldehyd zu Beginn der achtziger Jahre waren die Hersteller von Kosmetik- und Hygieneartikeln unverzüglich gezwungen, den Formaldehyd unverzüglich durch ein anderes Konservierungsmittel zu ersetzen. Das noch in der Untersuchung befindliche, aber schon als deutlich sensibilisierend erkannte Gemisch MCI/MI wurde daraufhin unmittelbar als Konservierungsmittel in die Produktion von Haarwaschmitteln, Schaumbänder, Cremes, Salben und Lotionen übernommen. Alsbald erkannte man jedoch, welch höheres Sensibilisierungspotential man sich mit dem Umstieg eingehandelt hat. In kurzer Zeit stiegen die Inzidenzraten von < 1 % bis auf über 11 % (in Italien) an. Zu Beginn der neunziger Jahre begann man die Verwendung von Kathon CG einzuschränken und durch Euxyl K 400 (siehe dort) zu ersetzen. Seither geht zwar die Zahl der beobachteten Fälle einer Sensibilisierung gegenüber Kathon CG in einigen Regionen etwas zurück, doch steigt nun die Inzidenzrate für Euxyl K 400 an. Heute liegt Kathon CG in Deutschland auf dem 8. – 12. Platz der häufigsten Kontaktallergene.
Die aus Wandfarben in die Raumluft entweichenden geringen Mengen stellen in keinem Fall ein Risiko für die Induzierung einer Sensibilisierung dar. Sie genügen aber, um nach einem Aufenthalt von wenigen Stunden in einem kürzlich gestrichenen Raum ein Rezidiv bei bestehender Sensibilisierung auszulösen. Je kürzer dabei der Vorgang des Anstreichens zurückliegt, desto größer ist die Gefahr des Auftretens einer aerogenen Kontaktdermatitis. Zunächst werden dabei die empfindlichen Hautpartien wie Gesichts befallen, im weiteren Verlauf kommt es häufig zu Streuherden, z.B. auf das Dekolleté, die Unterarme und gelegentlich sogar auf den Brust- und Bauchbereich.
Epikutantestung
Hermal/DKG Block Standard; Testkonzentration 0,5 % in Vaseline
Die von den Patienten mitgebrachten Produkte enthalten in der Regel so geringe Mengen des Konservierungsmittel, dass eine Testung mit dem Produkt negativ bleibt. Besser geeignet sind ist bei patienteneigenen Produkten eine Gebrauchstestung, ohne die eine Aussage zur klinischen Relevanz sehr problematisch ist.
Literatur: 4, 6, 103, 133