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Chlorhexidin/Chlorhexidingluconat 

Vorkommen 

Chlorhexidinverbindungen (-diacetat, -digluconat, -dihydrochlorid) sind weit verbreitete Desinfektionsmittel und Antiseptika für die Haut- und Schleimhautanwendung. sie sind in fast allen gängigen Gleitmitteln wie auch in vielen Wundsprays, Gurgellösungen, Pudern und Kosmetika enthalten. 

Typ IV-Kontaktallergen

Allergologie (Relevanz)

Gemessen an dem weit verbreiteten Einsatz von Chlorhexidin treten allergischen Reaktionen sleten auf. im Tiermodell erwies
sich Chlorhexidin nur als schwacher Sensibilisator. Es liegen jedoch mehrere Berichte über die kontaktallergene Wirkung von Chlorhexidin vor. Als Ursache wurden dabei z.B. Chlorhexidin-haltige Hygiene-Sprays, Präparate zur Hautdesinfektion und Reinigungsflüssigkeiten für Kontaktlinsen beschrieben. Generell bedarf es zur Sensibilisierung wiederholte und länger anhaltende Haut- bzw. Schleimhautkontakt; betroffen sind  daher insbsondere medizinisches Personal und Patienten mit Beingeschwüren oder -ekzemen. Die Häufigkeit von Spättypsensibilisierungen liegt zwischen 2 und 5,4 %. In Skandinavien liegen die Zahlen erheblich höher als in Deutschland, wo nur sporadische Spättypsensibilisierungen aufflielen.

Daneben können auch in seltenen Fällen eine Kontakturtikaria, Kontaktbalannitis nach Geschlechtsverkehr, ein fixes Arzneimittelexanthem und Photosensibilisierung der Haut durch Chlorhexidin.

Demgegenüber sind irritative Kontaktdermatitiden eine häufige Nebenwirkung der Substanz, seltener wurde über erosive Stomatitiden, braune Verfärbung der Zähne, Geschmacksstörungen und Taubheitsgefühle auf der Zunge berichtet. auch Reizerscheinungen am Auge und Trommelfell wurden beobachtet.

Epikutantestung 

Block Hermal Desinfektionsmittel; Testkonzentration 0,5 % in Wasser 

Typ I-Soforttypallergen 

Allergologie (Relevanz)

Über anaphylaktische Reaktionen auf Chlorhexidin bei mehreren Patienten wurde berichtet, gemessen am weit verbreiteten Einsatz der Substanz ist deren Zahl jedoch gering. Insbesondere bei Kontakt über die Schleimhäute, im allgemeinen unter 0,05 %, kann Chlorhexidin anaphylaktische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock verursachen,  z.B. infolge der Anwendung von Chlorhexidin-haltigem urethralem Gleitgel vor Katheterisierung, nach dem Einsetzen eines Intrauterinpessars, vor einer Zystoskopie, nach Anwendung von mit Chlorhexidin imprägnierten zentralen Venenkathetern, bei Anwendung auf Wunden oder auch auf nicht-geschädigter Haut. Bei Anwendung auf der intakten Haut sind die Reaktionen im allgemeinen weniger schwer, jedoch können auch Urtikaria, Angioödeme, Atemnot und eher selten schwere anaphylaktische Reaktionen beobachtet werden. Oft gehen milde Kontaktdermatitiden, die nicht mit Chlorhexidin in Zusammenhang gebracht werden, einer schweren Anaphylaxie voraus. Selbst über kleinste Epidermisverletzungen kann genug Chlorhexidin aufgenommen werden, um eine Allgemeinreaktion auszulösen. Bei diesen Reaktionen können spezifische IgE-Antikörper beteiligt sein. Als allergene Determinante wird das gesamte Bisbiguanid-Molekül angesehen. 

Die Zahl der anaphylaktischen Reaktionen ist in letzter Zeit deutlich zunehmend. Untersuchungen ergaben dabei, dass Patienten mit einer früheren Sensibilisierung auf Chlorhexidin und einer relativ leichten Kontaktdermatitis das Potential für schwere anaphylaktische Reaktionen besitzen. Die Patienten erleiden zumeist mehrere anaphylaktische Episoden bis das auslösende Allergene identifiziert wird. 

Diagnostik

Nach Möglichkeit sollte ein Nachweis der spezifischen IgE-Antikörper erfolgen, wobei ein kommerzielle Testsystem hierfür aber noch nicht verfügbar ist. Anschließend sollte mit allen Kontaktstoffen ein Prick- oder Intrakutantest, ein Epikutantest und ggf. unter Notfallbereitschaft auch ein Expositiontest erfolgen. Der Pricktest mit Chlorhexidin gilt als das aussagekräftigste Testverfahren. Er sollte nur mit sehr geringer Testkonzentration (max. 0,05 % oder höchstens Konzentration im Originalpräparat) erfolgen. intrakutantests werden mit höchstens 0,0002 % vorgenommen.

Literatur: 6, 20 

Krautheim et al: Chlorhexidine anaphylaxis: case report and review of the literatur. Contact Dermatitis 50, 113-116 (2004)

Friedlein et al: Anaphylaktische Reaktionen nach Kontakt mit Chlorhexidin-haltigen Gleitmitteln bei Blasenkathetereinlagen. Allergo J 14, 269-273 (2005)

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