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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Candida, albicans

(25.3.2015)

Candida albicans

Typ I-Soforttypallergen

(potenzielles) Typ IV-Kontakallergen

Vorkommen und Beschreibung

Hefen sind einzellige Pilze (siehe auch dort), die sich durch Sprossung oder Teilung (Spaltung) vermehren, weshalb sie synonym auch als Sprosspilze bezeichnet werden. Die meisten gehören der Abteilung der Schlauchpilze (Ascomycota) an. Hefen gehören zu den wichtigsten Mikroorganismen mit kommerzieller Bedeutung und werden für eine Vielzahl biotechnischer Verfahren wie Brauen oder Weinherstellung verwendet. Candida ist ein Hefe-Gattung (die bedeutendste Art dieser Gattung ist dabei Candida albicans). Zur Gattung Candida gehören ca. 150 Arten.

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff 

Candia bombicola/methyl myristate ferment (INCI). Produkt der Fermentation von Methylmyristat durch Candida bombicola. Kosmetische Funktion: hautschützend

Candida bomicola sucrose/vegetable acid ester ferment (INCI). Produkt der Fermentation von Sucrose und Methyl- ,Ethyl- und Glycerylestern des Rapssamenöls, Sonnenblumenöls sowie von Palmöl-Fettsäuren durch den Mikroorganismus Candida bombicol. Kosmetische Funktion: hautpflegend

Candida/garcinia cambogina ferment (INCI). Produkt der Fermentation eines Extrakts von Garcinia cambogia durch den Mikroorganismus Candida. Kosmetische Funktion: hautpflegend

Allergologie (Relevanz)

Die Diagnose einer Candida-Allergie ist deshalb schwierig, weil gesunde Personen häufig positive Hauttests auf Candida albicans zeigen. Spätreaktionen auf Candida sind sogar Zeichen einer intakten zellulären Immunabwehr, weil Candida ein Recall-Antigen des Immignost-Tests (früher Multitest-Mérieux) ist. 

Candida albicans sollte im Hauttest mitgeprüft werden, da es echte allergische Reaktionen gibt, auch wenn sie zahlenmäßig gering sind. 

Verschiedene Untersuchungen zeigten u.a., dass Patienten mit Urticaria factitia im Hauttest und in serologischen Untersuchungen auf Candida albicans reagierten, gleichzeitig konnten bei diesen Patienten große Mengen von Candida-Spezies im Darm nachgewiesen werden. Auch wird über verschiedene Fälle von Patienten mit atopischem Ekzem berichtet, die sich auf eine Therapie durch interne Gabe des Antimykotikums Ketoconazol besserten. Bei diesen Fällen wurde auch ein Abfall des Gesamt-IgE und des Candida-spezifischem IgE dokumentiert. Auch über die Auslösung eines Asthma bronchiale und einer allergischen Alveolitis nach inhalativer Provokation mit Candida-Allergen wird berichtet 

Allergologische Diagnostik

Bei positivem Hauttest (Ablesung nach 20 min und 24 h), positivem Antikörpertest im Serum (RAST (Ph.) bei Sofortreaktionen, IgG und IgA bei Spätreaktionen sollte ein nasaler Provokationstest mit Candida albicans erfolgen. Ein Nachweis von Candida im Stuhl, der Scheide oder der Mundhöhle kann ebenfalls Hinweise liefern. 

Allergologie Therapie 

Leidet der Patient aktuell unter Symptomen, die bei positiver Diagnostik auf eine Candida-Allergie hinweisen, so ist ein Karenzversuch in Form einer systemischen antimykotischen Therapie diagnostisch (ex juvantibus) und therapeutisch hilfreich. Dabei reicht zunächst eine fünftägige Gabe von je 2 Tabletten Ketoconazol zu 200 mg aus. Innerhalb weniger Tage sollte es dann bei einer gravierenden Candida-Allergie zu einer eindrucksvollen Besserung der klinischen Symptome kommen. Bei Rezidiven kann eine Therapie mit Nystatin oder oralem Amphotericin B ausreichen, wenn ein Candida-Befall lediglich der Mundhöhle, des Ösophagus oder des Darmes vorliegt. 

Literatur: 101

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

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