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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Brille

Brille 

Auslöser eines Typ IV-Kontaktekzems 

Eine Kontaktdermatitis auf Brillenmaterialien manifestiert sich klinisch in erster Linie als Ekzem im Bereich der Augenlider, des Nasenrückens sowie der Retroauricularregion. Durch ständigen, engen Kontakt der Brille mit der Haut, durch Eigengewicht der Brille entstehen häufig Druckstellen mit Rötung und lokaler Irritation an den Auflagestellen Nasenrücken und Ohrmuscheln. Zusätzlich müssen individuelle Einflussfaktoren wie Schweißabsonderung und Hauttyp berücksichtigt werden. In diesen Fällen stellt sich oftmals die Frage einer Kontaktallergie auf Brillenmaterialien, jedoch ist auffällig, dass trotz der hohen Zahl von Brillenträgern wenige Publikationen zu dieser Problematik vorliegen. Bis 2 % der Brillenträger sollen an einem Kontaktekzem leiden. Den vom Patienten geklagten Unverträglichkeitsreaktionen von Brillenmaterialien an der Haut liegt jedoch oft ein Summationseffekt von Druck und Reibung zugrunde. 

Nickel 

Trotz gesetzlicher Vorschriften ist der Kontakt mit Nickel oder seinen Legierungen wie auch mit allergieauslösenden Kunststoffen nicht ganz auszuschließen. Bei Metallbrillen ist die Nickelallergie am häufigsten Ursache eines Kontaktekzems. Bei einer hohen Prozentzahl der Patienten mit Kontaktekzem im Bereich des Gesichts und Nickelsensibilisierung ist das Ekzem durch die Metallbrille verursacht. Keine Brillenfassung ist frei von Nickel. Nickel wird als galvanisch aufgetragene Veredelungsschicht oder zur Haftverbesserung verwendet. Auch Kunststoffgestelle (vor allem Brillenbügel aus z.B. Cellulose) sind metallverstärkt mit Nickellegierungen (bis zu 30 % Nickel). Bei Alterung der Brille kann es zum Durchsickern von Nickelionen nach außen kommen und ein Ekzem provoziert werden. Vor allem silberfarbene Brillenmaterialien sind Nickel-haltig, wobei es sich um Legierungen aus Kupfer, Zink und Nickel handelt. Selbst Goldauflagen sind Nickel-haltig bis 0,7 %, 

Berührungsstellen (Bügelanlage, Nasenauflage) müssen laut Gesetz aus nicht-allergenen Materialien gefertigt sein. So werden bei der Herstellung von Brillenfassungen oder Ummantelungen von Brillenmaterialien mit z.B. Polyurethanen zur Vermeidung des direkten Kontaktes gefertigt. Brillengestelle aus Metall sind für Nickelallergiker nicht zu empfehlen, es sei denn, es handelt sich um Rein-Titan oder Titan-Legierungen oder das Metall ist vollständig ummantelt. 

Kunststoffgestelle 

Die hochpolymeren Kunststoffverbindungen bei Kunststoffgestellen (Polyamide, Polymethylmethacrylate oder Epoxidharze) sind nicht sensibilisierend. Problematisch sind Zusatzstoffe wie 

  • Farbstoffe und Farbvermittler (vor allem Azofarbstoffe) 
  • im Polymerisationsmaterial verbliebene Mono- und Oligomere 
  • Photostabilisatoren 
  • Alterungsschutzmittel 
  • Produkte zur Endbearbeitung des Brillengestells (z.B. Bienenwachs-Terpentin) 
  • Weichmacher (z.B. Tricresylphosphat, Triphenylphosphat) 
  • Antioxidanzien (para-tert. Butylphenol) 
  • Lichtschutzmittel (Resorcin-monobenzoat) 

Bei Kunststoffallergikern ist auf Kunststoffteile ganz zu verzichten, nur Silikon ist in diesen Fällen als Werkstoff für Nasen- und Bügelauflagen geeignet. 

Epikutantestung 

  • Block DKG/Hermal Standard 
  • Lack -, Plastik-, Klebestoffe (Hermal), DKG (Kunstharze/Kleber) 
  • DKG Metalle 

Weiterhin können vom Hersteller zur Verfügung gestellte Einzelsubstanzen in entsprechender Aufbereitung und Konzentration getestet werden. Native Materialien werden in Form von Pulver oder Spänen verwendet oder zum Bespiel für 24 Stunden in Alkohol oder Pflanzenöl eingelegt. 

Literatur: 93, 94 

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