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Suchbegriffe zu diesem Artikel: (Chlor)Methylisothiazolinon

Biozide, industrielle 

Typ IV-Kontaktallergene 

Bei der Herstellung und auch Verarbeitung zahlreicher industrieller Produkte sind Konservierungsstoffe (Biozide) notwendig. Die wesentlichen Einsatzbereich sind: Kühlschmiermittel, Farben/Lacke, Klebstoffe, Textilien, Papier/Pappe, Leder. 

Block Hermal Industrielle Biozide und deren Einsatz 

Stoffe 

Formaldehydabspalter 

Kühlschmiermittel 

Farben, Lacke 

Klebstoffe 

Textilien 

Papier, Pappe 

Leder 

Bioban CS 1246 

inzw. verboten 

selten 

selten 

 

selten 

 

Chlorxylenol 

 

selten 

 

üblich 

   

selten 

Chloracetamid 

   

üblich 

 

selten 

selten 

 

1,3,5-(Tris)2-hydroxyethyl-hexahydrotriazin 

häufig 

         

Triclosan 

 

üblich 

         

Benzylhemiformal 

üblich 

üblich 

üblich 

üblich 

üblich 

 

2-Hydroxymethyl-2-nitro-1,3-propandiol 

inzw. verboten 

     

selten 

 

Bioban CS 1135 

selten 

selten 

selten 

 

selten 

 

Bioban P 1487 

inzw. verboten 

selten 

selten 

 

selten 

 

Octylisothiazolinon 

 

selten 

häufig 

 

üblich 

   

Methylen-bis-(methyloxyzolidin) 

üblich 

selten 

selten 

 

selten 

 

Dibromdicyanobutan 

     

sehr selten 

     

1,2-Benzisothiazolin-3-on, Na-Salz 

 

selten 

üblich 

häufig 

 

üblich 

 

Chlorcresol 

 

selten 

 

üblich 

     

Benzotriazol 

 

üblich 

         

Weitere Industrielle Biozide in den Hermal Blöcken Standard, Konservierungsstoffe: 

(Chlor)Methyl-isothiazolinon 

 

selten 

häufig 

häufig 

häufig 

üblich 

 

Formaldehyd

für Rohstoffe 

   

selten 

selten 

selten 

   

Bronopol 

 

üblich 

häufig 

 

üblich 

 

Formaldyd-abspaltende Biozide liegen zahlenmäßig an der Spitze der positiv reagierenden Substanzen. Sie werden oft eingesetzt, so sind z.B. ca. 90 % der üblichen Kühlschmiermittel damit konserviert. Formaldehyd selbst wird nur noch in Desinfektionsmitteln sowie zur Rohstoffkonservierung eingesetzt, nicht dagegen für Produkte, mit denen ein Anwender Kontakt haben könnte. 

Die Phenol-Verbindungen sind Chlorcresol und Chlorxylenol. Die Sensibilisierungsquoten sind sehr niedrig. Zudem wird der industrielle Einsatz von Phenolen zurückgehen, weil sie Entsorgungsprobleme bereiten. Beide Substanzen werden auch zur Konservierung von (medizinischen) Externa verwendet. 

Die Isothiazolinone stellen unter den Bioziden eine wichtige Gruppe dar. Sie werden häufig eingesetzt, Sensibilisierungen sind häufig. (Chlor)Methylisothiazolinon (MCI/MI) hat von den Isothiazolinonen die größte Bedeutung. Es wird häufig und weltweit in allen industriellen Bereichen, die eine Konservierung nötig machen, eingesetzt, auch in Kühlschmiermitteln, obwohl es wegen seiner nicht optimalen Stabilität im alkalischen Bereich nicht sehr gut geeignet ist. In großem Umfang wurde MCI/MI für kosmetische Präparate eingesetzt, wobei dieser Einsatz in Deutschland inzwischen deutlich rückläufig ist. Isothiazolinone von geringerer Bedeutung sowohl im Einsatz als auch bei der Sensibilisierungspotenz sind das 1,2-Benzisothiazolin-3-on, Natrium-Salz und das Octylisothiazolinon. 

Der Konservierungsstoff Dibromdicyanobutan (in Euxyl K 400) wird seit längerer Zeit in geringem Umfang industriell eingesetzt, vor allem in den USA, z.B. in Klebern. Seine ungünstigen Anwendungsbedingungen und ungünstigen Preis-/Leistungsverhältnis lassen einen breiteren Einsatz im technischen Bereich nicht zu. Bei der Konservierung von kosmetischen Präparaten fällt dies weniger ins Gewicht. Die wegen der guten konservierenden Eigenschaften propagierte Verwendung in kosmetischen Produkten erfolgt in einem größeren Umfang, nachdem MCI/MI wegen der zunehmenden Kontaktsensibilisierungen weniger eingesetzt wurde. 

Literatur: 78 

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