Baumwollsamen
Typ I-Nahrungsmittelallergen
(potentielles) planzliches Typ IV-Kontaktallergen
Gossypium herbaceum, Fam.: Malvaceae
Verwendung
Baumwolle dient in erster Linie der Herstellung von Textilien. Die Saat der Baumwolle kann nach Eliminierung der giftigen Substanz Gossypol, eine Phenolverbindung, für die Ernährung verwendet werden. Feingebäck (Plätzchen, Kekse) und andere Backprodukte (Vollkornbrot) können Baumwollsamen enthalten und allergische Reaktionen auslösen.
Allergologie (Relevanz)
Es ist davon auszugehen, dass Proteine des Baumwollsamens potente Allergen darstellen, wobei auch hochgradige Sensibilisierung möglich sind. Der nicht deklarierte Zusatz zu Speisen kann so durchaus Probleme auslösen. Mehrere Fälle von systemischen allergischen Reaktionen sind beschrieben, wobei in einzelnen Fällen Baumwollsamen mittels Provokationstestung als potentes Allergen bestätigt werden konnte.
Baumwollsaat-Öl scheint keine allergene Aktivität zu besitzen; bei seiner Herstellung entstehen Temperaturen von über 400°C, wobei die meisten Allergene eliminiert oder zerstört werden.
Diagnostik
i.c. (Al.: Baumwollstaub), RAST (Ph.)
Literatur: 1, 2
Aktins et al: Cottonseed hypersensitivity: new concerns over an old problem. J Allergy Clin Immunol 82, 244-250 (1988)
Malanin et al: Angioedema and urticaria caused by cottonseed protein in whole-grain bread. J Allergy Clin Immunol 82, 261-264 (1988)