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Bambus 

Typ I-Soforttypallergen

Typ IV-Kontaktallergen 

Bambuseae, Fam.: Gramineae/Poaceae

Vorkommen und Beschreibung

Der Bambus (Bambuseae) ist das größte der Süßgräser, bis 38 Meter hoch, und die schnellstwachsende Pflanze überhaupt, mit Zuwachsraten bei einigen Sorten von bis zu einem Meter pro Tag. Seine zahlreichen Arten (ca 1500) bilden den Tribus aus der Unterfamilie der Bambusgewächse (Bambusoideae).

Bambusse sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Europa und der Antarktis beheimatet. Allein 500 Arten der Bambuseae kommen in China vor, weitere 100 meist kleinwüchsige Arten in Japan. Die hohen Bambusarten Japans wurden wohl aus China importiert. Eine große Zahl weiterer Arten stammt aus (Nord- und Süd-) Amerika, 130 Arten allein wachsen in den Anden Südamerikas. Aus Afrika stammen 17 Arten, aus Australien weitere drei. Es sind tropische bis subtropische Pflanzen. Doch manche Arten gedeihen auch in kälteren Bereichen gut.  80 Prozent aller in Deutschland angebotenen Bambussorten (Fargesia, Phyllostachys) sind robust und verkraften kurzzeitig Temperaturen bis −20 °C.

Bambus ist ein bedeutender, schnell nachwachsender Rohstoff. Vor allem in Asien hat er große ökologische, ökonomische und kulturelle Bedeutung; für etwa 1,5 Milliarden Menschen bilden Bambus und seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten eine Lebensgrundlage. Das verholzende Riesengras ist seit Jahrhunderten regionaler Lieferant von Baustoffen und Brennmaterialien. Das Spektrum der Anwendungen reicht dabei von der Verwendung als Nahrungsmittel über die Nutzung als Baumaterial für den Möbel- und Hausbau, die Produktion von Textilien und Biowerkstoffen bis hin zur Nutzung von Pflanzenauszügen (Bambusmilch) bei der Herstellung von Kosmetik- und Pflegeprodukten.

Einige Bambusarten in Form von Bambussprossen sind seit Tausenden von Jahren Bestandteil der asiatischen und orientalischen Küche. Bambussprossen werden vorwiegend aus Asien und Lateinamerika importiert. In Europa werden sie nur in Italien angebaut.

Auch das haferähnliche Korn des Bambus ist essbar. Aus Bambusblättern gewonnener Tee hält langsam Einzug in Europa. Der Tee enthält vor allem Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Proteine, Fette, Mineralstoffe und Vitamine. Angeblich soll er helfen, Migräne vorzubeugen.Auch das haferähnliche Korn des Bambus ist essbar. Aus Bambusblättern gewonnener Tee oder Kaffee hält langsam Einzug in Europa, daneben ist auch noch Bambusessig erhältlich. Bambuspulver (oder –fasern) als Nahrungsergänzungsmittel für verschiedene Nahrungsmittel ist in Deutschland nicht zugelassen, insbesondere in den USA und Kanada sowie im asiatischen Raum werden sie aber für verschiedene Nahrungsmittel und –ergänzungsmittel genutzt, beispielsweise in Fruchtsäften sowie in Gewürzen, Tabletten, Backwaren und Soßen.

Inhaltsstoffe des Bambus sind insbesondere der Bamuskamper (Bambuszucker) und Flavonoide.

Allergologie (Relevanz) 

Beschrieben ist eine Kontakturtikaria auf Bambus, in einem Fall nach Pflege und Reinigung von Bambuspflanzen mit nachfolgender Lidschwellung und Dyspnoe. Diagnostisch fand sich ein positiver Prick sowie CAST mit Bambusextrakt. Eine Kontaktallergie gegen Bambussprossen wurde erstmals 1986 beschrieben. 

Eine Nahrungmittelallergie gegen Bambussprossen ist nicht bekannt.  

Diagnostik 

Prick mit Nativmaterial, RAST (Ph.) 

Literatur: 3 

Hipler et al: Typ IV-Allergie gegen Bambusblätter - ein Fallbereicht. Allergo J 14, 45 (2005)

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