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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Bambussprosse

(5.8.2015)

Bambus 

Typ I-Soforttypallergen, Typ IV-Kontaktallergen 

Vorkommen und Beschreibung

Der Bambus (Bambuseae) ist das größte der Süßgräser, bis 38 Meter hoch, und die schnellstwachsende Pflanze überhaupt, mit Zuwachsraten bei einigen Sorten von bis zu einem Meter pro Tag. Bambusse sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Europa und der Antarktis beheimatet. Allein 500 Arten der Bambuseae kommen in China vor, weitere 100 meist kleinwüchsige Arten in Japan. Bambus ist ein bedeutender, schnell nachwachsender Rohstoff. Vor allem in Asien hat er große ökologische, ökonomische und kulturelle Bedeutung; für etwa 1,5 Milliarden Menschen bilden Bambus und seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten eine Lebensgrundlage. Das verholzende Riesengras ist seit Jahrhunderten regionaler Lieferant von Baustoffen und Brennmaterialien. Das Spektrum der Anwendungen reicht dabei von der Verwendung als Nahrungsmittel über die Nutzung als Baumaterial für den Möbel- und Hausbau, die Produktion von Textilien und Biowerkstoffen bis hin zur Nutzung von Pflanzenauszügen (Bambusmilch) bei der Herstellung von Kosmetik- und Pflegeprodukten. Einige Bambusarten in Form von Bambussprossen sind seit Tausenden von Jahren Bestandteil der asiatischen und orientalischen Küche. Bambussprossen werden vorwiegend aus Asien und Lateinamerika importiert. In Europa werden sie nur in Italien angebaut.Auch das haferähnliche Korn des Bambus ist essbar. Aus Bambusblättern gewonnener Tee hält langsam Einzug in Europa. Der Tee enthält vor allem Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Proteine, Fette, Mineralstoffe und Vitamine. Angeblich soll er helfen, Migräne vorzubeugen.Auch das haferähnliche Korn des Bambus ist essbar. Aus Bambusblättern gewonnener Tee oder Kaffee hält langsam Einzug in Europa, daneben ist auch noch Bambusessig erhältlich. Bambuspulver (oder –fasern) als Nahrungsergänzungsmittel für verschiedene Nahrungsmittel ist in Deutschland nicht zugelassen, insbesondere in den USA und Kanada sowie im asiatischen Raum werden sie aber für verschiedene Nahrungsmittel und –ergänzungsmittel genutzt, beispielsweise in Fruchtsäften sowie in Gewürzen, Tabletten, Backwaren und Soßen. Inhaltsstoffe des Bambus sind insbesondere der Bamuskamper (Bambuszucker) und Flavonoide.

Sasa veitchii ist ein bodendeckender Bambus mit dekorativen Blättern, der in Teilen Japans verbreitet ist.

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Sasa veitchii extract (INCI). Extrakt aus den Blättern Sasa veitchii. Funktion: hautpflegend

Allergologie (Relevanz) 

Beschrieben ist eine Kontakturtikaria auf Bambus nach Pflege und Reinigung von Bambuspflanzen mit nachfolgender Lidschwellung und Dyspnoe. Diagnostisch fand sich ein positiver Prick Nachweis spez. IgE-Antikörper auf Bambusextrakt. Kontaktallergische Reaktionen, wie auf Bambussprossen oder Bambusblätter, sind in sehr seltenen Fällen beschreiben.  

Allergologische Diagnostik 

Prick mit Nativmaterial, RAST (Ph.) 

Literatur: 3

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

Hipler et al: Typ IV-Allergie gegen Bambusblätter - ein Fallbereicht. Allergo J 14, 45 (2005)

Kitajima et al: Contact allergy caused by bamboo shoots. Contact Dermatitis 15, 100-102 (1986)

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