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(2.2.2015)

Aspartam 

(potenzieller) Auslöser von pseudoallergischen Reaktionen

(potenzielles) Typ IV-Kontaktallergen

Vorkommen/Beschreibung

Aspartam (E  951) ist ein chemisch-synthetisch, gentechnisch hergestellter, intensiver Süßstoff mit niedrigem Kaloriengehalt der als Lebensmittelzusatzsoff eingesetzt wird. Es ist eines der meist verwendeten Intensiv-Süßungsmittel auf der ganzen Welt. (Cola light, Müllers Diät Joghurt, Wrigley´s Kaugummi, Fisherman´s Friend, Canderel, Vitaminpräperate etc.) Wegen seiner Eiweißbausteine ist Aspartam nicht gut zum Kochen oder Backen geeignet, da es an Süßkraft verliert. Aspartam schmeckt wie Zucker und hat keinen bitteren Nachgeschmack. Es ist etwa 200 mal süßer als Zucker, daher sind nur geringe Mengen für einen ausgezeichneten süßen Geschmack notwendig. Es wird häufig in Süßstoffmischungen zusammen mit Acesulfam und Cyclamat eingesetzt.

Aspartam ist in vielen brennwertverminderte oder ohne Zuckerzusatz hergestellten Produkten zu finden wie 

  • Limonaden, Cola- und Fruchtgetränke 
  • aromatisierte Süßwaren auf Stärkebasis 
  • Dessertspeisen aller Art, Zubereitungen aus Milch, Speiseeis, Brotaufstrich, Frühstückscerealien 
  • Senf, Saucen 
  • sehr kleine Süßwaren ohne Zuckerzusatz zur Erfrischung des Atems 
  • Obstkonserven 
  • Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von weniger als 15 % Vol. 

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Aspartame (INC): Chem. Bezeichnung: 3-Amino-N-(1-carboxy-2-phenylethyl)-bernsteinsäure, N-methylester. Kosmetische Funktion: masikerend

Allergologie (Relevanz)

Aspartam wurde als Ursache von Urtikaria, Quincke-Ödemen und  unspezifischen Exanthemen angeschuldigt, jedoch konnten diese Reaktionen häufig nicht durch einen Provokationstest bestätigt werden. In einer Untersuchung mit Aspartamunverträglichkeit in der Anamnese wurde kein einziger Proband  mit einer eindeutig reproduzierbaren Nebenwirkung gefunden.

Kontaktallergische Reaktionen sind bisher nicht bekannt oder beschrieben.

Kontroverse Diskussionen zu Aspartam

Es gibt kontroverse Diskussionen zu Aspartam. So wird z.B. behauptet, dass das durch den Stoffwechsel freigesetzte Methanol und Phenylalanin gefährlich sei. Methanol soll in ein Formaldehyd und dann in Ameisensäure umgewandelt werden (was im übrigen eine völlig normaler Stoffwechselvorgang z.B. beim Verzehr von Obst ist) und eine metabolische Azidose und Neurotoxikose verursachen. Auch ein Zusammenhang mit dem verstärkten Auftreten von Kopfschmerzen und Hirntumoren sowie eine krebsauslösende Wirkung wurde vermutet, konnten jedoch bisher durch neuere Studien nicht bestätigt werden.

Der EU-Grenzwert wurde auf 40 mg/kg Körpergewicht/Tag festgesetzt. Dies würde für einen 70 Kilogramm schweren Menschen bedeuten, dass etwas etwa 266 Süßstofftabletten oder – für einen 60 kg schweren Menschen – teilweise mehr als 36 Dosen (à 330 ml) einer mit Aspartam gesüßten Diätlimonade, die an einem Tag eingenommen werden müssten, um diesen Grenzwert zu überschreiten. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) erklärten den Gebrauch für sicher, sofern eine Tagesdosis von 50 mg/kg Körpergewicht nicht überschritten wird.

Aspartam sollte nicht von Personen konsummiert werden, die an der Eiweiß-Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) leiden, da sie das Eiweiß Phenylalanin nicht abbauen können. Es kann durch eine Anreicherung dieser Aminosäure zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Die Verpackungen müssen den Aufdruck haben: "enthält eine Phenylalaninquelle".

Literatur

http://www.qualimedic.de/suessstoffe.html

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