Suchbegriffe zu diesem Artikel: Schafgarbe

Arnika 

Pflanzliches Typ IV-Kontaktallergen 

Arnica montana, Fam: Asteraceae 

Vorkommen 

Der Hauptvertreter der Arnika, die A. montana, ist eine bis zu 50 cm hohe krautige Pflanze, in Europa, Mittelasien und Amerika heimisch und wächst im Gebirge unterhalb von 2000 m. Aufgrund des großen Bedarfs werden auch A. chamissonis. A. longifolia und A. sacchalinensis zur Arzneiherstellung, besonders der Arnika-Tinkturen herangezogen. 

Arnika ist ein altes Hausmittel und ist heute in zahlreichen naturheilkundlichen Präparaten zu finden. Arnikaextrakt zählt zu den am häufigsten eingesetzten Pflanzenauszügen in kräuterhaltigen Kosmetika und Hygieneartikeln. Anwendung in Lebensmitteln findet sich in Kräutertees, Kaugummi, Kräuter- und Fruchtbonbons und Likören. Arnika-Tinktur wird bei Entzündungen, leichten Verletzungen und Verstauchungen eingesetzt. 

Allergologie (Relevanz) 

Die Sensibilisierungspotenz von Arnika ist als stark einzuschätzen. Arnika gehört innerhalb der Kompositenfamilie zu den wichtigsten kontaktallergie-induzierenden Arten. Aufgrund seiner vielseitigen Verwendung treten kontaktallergische Reaktionen relativ häufig auf. Die Inhaltsstoffe der Arnika-Blüten sind u.a. Flavone, Cumarine, Gallensäuren und die Gruppe der Terpene, die zahlreiche Sesquiterpenlaktone beinhaltet. Diesen Laktonen wie Helenalin, Xanthalogin, Carabron, Arnilid D oder Arnifolin werden die Hauptwirkungen, aber auch die Sensibilisierungspotenz zugewiesen. Die angeführten Stoffe konnten als Auslöser für allergische Reaktionen gesichert werden. 

Die Arnika-Tinktur gehört zu den häufigsten Sensibilisatoren bei Patienten mit Hand- und Gesichtsekzemen, Kosmetik-Allergien und Ulcera crura. Auch bei Patienten mit lichtprovozierten Dermatosen waren positive Testreaktionen auffallend häufig. Die Gefahr eine Kontaktallergie auf Arnika bei der Gartenarbeit zu akquirieren sowie die mögliche direkte hautreizende Wirkung sind bekannt, jedoch insgesamt eher wenig relevant. 

Kreuzallergien sind möglich mit anderen Kompositen, insbesondere mit Rainfarn, Schafgarbe, Chrysanthemen, Mutterkraut und Sonnenblumen. Andere Pflanzenarten, die chemisch ähnliche Inhaltsstoffe (Sesquiterpenlaktone) enthalten, können ebenfalls allergische Hautreaktionen auslösen (z.B. Lorbeer und Magnolien). 

Epikutantestung 

Arnika-Tinktur 1:10 verdünnt in Ethanol, Kurzätherextrakt: 0,5 %, Arnikablüten-Extrakt (Block Hermal Arzneistoffe III, Bestandteil des Kompositen-Mix) 

Literatur: 3, 62 

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