Apfel 

Typ I-Nahrungsmittelallergen 

Malus domestica Borkh., Fam.: Rosaceae 

Vorkommen 

Der Apfel ist ein Nahrungsmittel seit der Jungsteinzeit und Bronzezeit und ist das bedeutendste Obst in der gemäßigten Zone. In Europa sind ca. 1600, weltweit ca. 20.000 Kulturapfelsorten zu finden. 

In erster Linie als Tafelobst, Saft, Most, Gelee, Kompott, Fruchtsalat, Tee, in Backwaren, in Fertigarzneimitteln. 

Allergologie (Relevanz) 

Die Apfelallergie ist eine der häufigsten Nahrungsmittelallergien (25,6 % bei 11), jedoch tritt zumeist nur eine schwach ausgeprägte klinische Symptomatik in Form eines oralen Allergiesyndroms auf. Systemische Reaktionen sind selten (1,5 % bei 10) und können bis zum anaphylaktischen Schock gehen. 

Die allergene Potenz variiert in Abhängigkeit von Sorte und Reifegrad. Wirtschaftlich bedeutende Sorten (z.B. Granny Smith, Golden delicious, Jonagold, Bräburn, Cox orange) besitzen eine hohe Allergenität, unbedeutende Sorten eine niedrige Allergenität. Boskop, Gravensteiner, Altländer, Gloster, Jamba, Hammerstein, Berlepsch, Goldparmäne können von einzelnen Allergikern symptomfrei verzehrt werden. 

Apfel-Proteine verlieren ihre Allergenität, wenn sie mit phenolischen Komponenten des Apfels reagieren. So können verlässliche Hauttests nur mit der nativen Frucht erzeugt werden, da bereits eine längere Lagerung oder Aufbewahren im Kühlschrank die im Apfel vorhandenen Flavoide, Tannine und andere phenolische Verbindungen frei werden lassen und so bestimmte Proteine zerstören. Zumeist werden erhitzte, geschälte, geriebene Äpfel und Apfelsaft vertragen. 

Immunologie 

Majorallergen: Mal d1, MG 18 kD. Der Gehalt an Mal d1 ist in den einzelnen Apfelsorten sehr unterschiedlich. Interessanterweise enthalten die wirtschaftliche bedeutenden Sorten einen höheren Gehalt dieses Allergen als die wirtschaftlichen unbedeutenden. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zwischen Anwesenheit von Mal d1 und einem intensiven Anbau und wirtschaftlichen Erfolg einer Apfelsorte, aufgrund einer erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen mikrobiellen Befall. Zudem geht der Gehalt an diesem Allergen mit der Gesamtallergenität parallel; 65-85 % der Apfelallergiker sind durch dieses Allergen sensibilisiert. Homologien bestehen zu Bet v I (Birkenpollen) und Aln g1 (Erle), Cor a1 (Hasel), Car b1 (Hainbuche); kreuzreagierende Allergene sind in Frucht und Pollen vorhanden. 

Pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie bestehen zwischen Apfel und Pollen von Birke, Erle, Hasel, Eiche und Hainbuche (bei Birkenpollenallergikern Sensibilisierung auf Apfel zwischen 26 u. 90 %, davon klinisch relevant: 22 - 84 %). Klinische Assoziationen bestehen zu Kirsche, Pfirsich, Aprikose, Mandel, Pflaume, Kiwi, Birne, Nüsse, Kartoffel, Karotte, Tomate. 

Diagnostik 

Scratch, Prick zu Prick mit nativem Material, Prick und i.c. (Al.) mit kommerziellen Extrakten wegen Instabilität der Allergene zumeist ungeeignet, RAST (Ph.), orale Provokation 

Therapie 

Besserung der Nahrungsmittelallergie auf Apfel bei Hyposensibilisierung der Pollenallergie (Frühblüher). 

Literatur: 1, 2, 3, 58, 59, 60 

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15144469

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2705661

Keine Besserung der NM-Allergie nach Pollenhypo

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9824409

Bei 84 % der Probanden deutliche Besserung der Beschwerden nach 1 jähriger Hypo

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8574432

Besserung bei 56 % der Patienten

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