Abietinsäure
Syn.: Abietic acid (INCI)
Typ IV-Kontaktallergen
Sensibilisierungshäufigkeit: gelegentlich, Sensibilisierungspotenz: schwach
Vorkommen und Beschreibung
Die Substanz ist eine weit verbreitete Harzsäure aus dem Harzbalsam von Koniferen und der Hauptbestandteil des Naturstoffes Kolophonium. Abietinsäure wird zur Herstellung von Lacken, Firnissen, Laminaten, Oberflächenbeschichtungen u.ä. eingesetzt. Generell ist Abietinsäure in allen Produkten anzutreffen, die Kolophonium enthalten. Mit dem Vorkommen ist überall dort zu rechnen wo Kolophonium zum Zwecke des Haftens und Klebens verwendet wurde.
Vorkommen:
- Papier, Pappe
- Kunststoffe
- Pflaster
- Klebebändern
- Polituren, Wachse
- kosmetische Präparate wie Lidschatten, Wimperntusche, Seifen Shampoos, Make-up
Wirkung
Als Kosmetikum
Emulsionsstabilisierend: unterstützt die Emulsionsbildung und verbessert die Emulsionsbeständigkeit und -haltbarkeit.
Tensid: verringert die Grenzflächenspannung von kosmetischen Mitteln und trägt zu einer gleichmäßigen Verteilung bei der Anwendung bei.
Allergologie (Relevanz)
Abietinsäure ist vermutlich das Hauptallergen des Kolophoniums.
Abietinsäure lässt sich entweder aus Kolophonium gewinnen oder leicht aus Dehydroabietinsäure darstellen. Abietinsäure ist sehr empfindlich, bildet Oxidationsprodukte an der Luft und verfärbt sich schnell. Die entstehenden Oxidationsprodukte sind nach neueren Untersuchungen die eigentlichen Sensibilisatoren.
Kreuzreaktionen werden häufig mit anderen Kolophoniumsorten und kolophoniumhaltigen Produkten beobachtet.
Epikutantestung
Block Hermal: Lack-, Plastik-, Klebstoffe; Kühlschmierstoffe I, Kosmetik/Haushalt;
Testkonzentration: 10 % in Vaseline
Literatur: 4,6